Swiss Freeride Cross 2011 - Von Chur ins Vinschgau
Eigentlich sollte die Tour ja ein klein bisschen anders laufen Thomas und ich hatten zwar vor, möglichst viele Hömes in möglichst wenig Tagen zu machen - d.h. Gondeln sind Trumpf - aber wir hatten die Route schon mit etwas weniger ergaunerten Höhenmetern geplant, als es dann wegen dem recht wechselhaften Wetter diesen Sommer gekommen ist. Weil die originale Route eigentlich genial ist und weil viele die sich schon so runtergeladen und kommentiert haben, lass ich die Plannung für den Swiss X-Cross so stehen und mache hier eine neue Tour für unseren Swiss Freeride Cross auf
Alpencross mal anders - mehr als 16000Hm bei nur etwa 4000Hm selber kubeln! 4:1 .. das ist ein ganz gutes Verhältnis, zumal für einen Alpencross! Ein Freeride/Singletrail/Wellness/bikepark/Sauna-Transalp in 7 stark abfahrtslastigen Etappen mit wenig Aufstiegshöhenmetern quer durch Graubünden, Alta Rezia und weiter bis runter ins Vinschgau. Chur, Arosa, Klosters, Davos, Livigno und das Vinschgau waren Wegpunkte auf dieser Tour. Die Route kombiniert die besten trails in der Ost-Schweiz mit einem fulminanten Ende am Stilfser Joch.
Die Tour hier wird sich wahrscheinlich nur sehr begrenzt zum "runterladen und nachfahren" eignen ... freeride-crossen ist sicher nicht jedermanns Sache! Aber vielleicht dient es ja als Anstoss, um eigene Touren in dem Gebiet zu planen. Insgesamt muss ich sagen, dass ich das Konzept des freeride-cross aber ziemlich Klasse fand - da hat mir nix gefehlt. Die Strecke zwischen Chur und dem Vinschgau bietet sich für so eine Variante geradezu an, da die Graubündner bahn- und wegetechnisch den anderen Regionen da um Längen voraus sind! Hier kann man wirklich mit minimalen Transfer-Aufwand zwischen den verschiedenen Gebieten pendeln und super-tolle trails runterheizen, was das Zeugs hält: volle Punktzahl!
Ich hatte diesen Sommer unverhofft von meiner Familie 2 Wochen Zeit zum radln bekommen. Die zweite Woche war dabei eigentlich schon fest verplant mit dem diesjährigen Dolomitencross. Also wollte ich in der anderen Woche eine Tour machen, die nicht allzu anstrengend ist und die mich mit dem Ziel möglichst nahe an Brixen bringt. Rausgekommen dabei ist diese Tour hier...
Thomas war für die ersten 2 Tage dabei, danach ging's alleine bis ins Vinschgau, wo ich dann für die letzten beiden Tage mit Stephan und Konsorten noch ein bisschen geshuttelt bin.
Papierkarten
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GoogleMaps
Die GPX-Daten dieser Tour bestehen aus 2311 Punkten. Bei großen Touren werden aus performance-Gründen nicht alle Punkte in GoogleMap angezeigt!
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"Die Gondel ist mein Freund!" (6199Hm/5600Hm Gondel): 6000Hm an einem Tag?? Auf einem Alpencross?? Alles kein Problem bei der richtigen Planung Thomas und und ich fuhren am Samstag morgen in allerherrgottsfrüh mit dem Auto von München nach Chur. Ziel war es, pünktlichst um 8:30 mit der ersten Gondel von Chur rauf nach Brambrüesch zu fahren, um nur ja jede Minute Zeit ausnutzen zu können Trotz des kurzen Zeitverlusts durch einen kleinen Plausch mit ein paar österreichischen Autobahnpolizisten, die meinten, dass Thomas etwas zu schnell unterwegs war, waren wir schon um 7:30 auf dem Parkplatz in Chur (wenn man ein Gondelticket kauft, kann man den Wagen hier für mehrere Tage kostenlos stehen lassen!). Also erstmal los auf einen Kaffee in die Innenstadt von Chur, die um die Zeit natürlich noch recht menschenleer war.
Nach der durchaus lohnenswerten Investition von €50,- in ein ticket-to-ride des Churer/Lenzerheider Bahnenverbunds ging es ohne jegliche Anstrengung auf den Churer Hausberg nach Brambrüesch, dann - zum warmwerden mit einem ganz kurzem Anstieg - auf Forstwegen und kurzen trails bis runter nach Churwalden. Von hier dann mit dem Sessellift rauf zur Alp Stätz oberhalb von Valbella. Bei der Auffahrt hatten wir noch einen trail gesehen, den ich noch nicht auf der Liste hatte ... also rein ins Vergnügen und den Schildern des Freeride-trail 000 nach auf die erste Extrarunde zurück bis runter nach Churwalden. Der trail war aber alles andere als locker bei dem glitschig nassen Boden, den wir um die Uhrzeit noch hatten. es ging z.T. extrem steil mit fiesen Stufen und engsten Spitzkehren runter nach Churwalden. Das war noch nicht so ganz unsere Kragenweite um die Uhrzeit aber egal, wir hatten ja noch Zeit zum warmwerden! Bei der zweiten Auffahrt mit der Churwaldener Bahn mussten wir feststellen, nicht ganz den idealen deal mit den tickets gemacht zu haben: das ticket-to-ride gilt auf jeder Bahn nur einmal! Da hätten wir besser Tagestickets gekauft ... aber zu spät!
Das Stück rüber zur Rothornbahn in Valbella bin ich ja schon mal 2008 gefahren und hatte das ganze irgendwie mit sehr viel trails in Erinnerung. Aber irgendwie war das meiste doch Schotter und nur ein kurzer Trail über den Waldlehrpfad führt einen wieder runter zum Heidsee in Lenzerheide. Dann mit der Gondel über Scharmoin hoch zum Parpaner Rothorn. Also erst mal minimaler Aufwand bei maximalen Höhenmetern ... doch es kommt noch besser!
Der Rothorngipfel ist mit 2850m einer der 2 Gipfel der Tour über 2800m und die Abfahrt vom Parpaner Rothorn (bike-attack) zählt zu einem der absoluten highlights der ganzen Runde! Auf der ersten Runde vom Rothorn fuhren wir wieder runter nach Scharmoin. Landschaftlich war der Weg toll, bike-technisch aber meist unspektakulärer Schotter. In Scharmoin an der Mittelstation beginnt der Lenzerheide bikepark. Das war Thomas' und meine erste Begegnung mit dieser Kategorie und wir hatten entsprechend Respekt vor diesem Stück runter nach Lenzerheide. Doch unten angekommen waren wir beide restlos begeistert! Keine Frage, warum die kids da so drauf abfahren! Anlieger, Sprünge (die wir alten Socken ausgelassen haben), northshore ... da freut sich das Adrenalin und es glühen die Bremsen!
Dann auf zur 2ten Runde ... also wieder wie schon eben mit Lift/Gondel rauf auf's Rothorn! Bei der 2ten Runde ging es dann insgesamt 1500hm vom Rothorn hinten runter über tolle trails runter bis nach Arosa. Vom Rothorn bis zum Weisshorn und weiter zum Älplisee ist es ein fast durchgehend fantastischer, fahrbarer - wenn auch anspruchsvoller - S2-Trail durch beeindruckende hochalpine Landschaft mit teilweise vielfältig verzweigten Pfaden und kurzen Verblockungen. Nach dem Älplisee folgt eine kurze, verblockte Steilstufe runter zum Schwellisee, die man besser tragend zurücklegt. Ab hier ohne Schwierigkeiten auf Wanderweg im Uhrzeigersinn um den See herum bis zur Strasse, die nach Arosa runter führt. An der Stelle gab es einen kurzen Uhrencheck: 16:30 ... d.h. wir schaffen noch die letzte Gondel in Innerarosa rauf aufs Hörnli und nochmal 800Hm mitnehmen also los! Vom Hörnli (2513m) dann über den neuen Arosa bikepark wieder die 800Hm runter ... so langsam wurden wir zu Profis im Höhenmeter-optimieren
Hinter Arosa ging es dann noch einmal 5km über Schotterwege/Campingplätze bergab bis Litzirüti (1430m).
Grischa-Trails (2770Hm/1800Hm Gondel): Am 2ten Tag ging es - zur Abwechslung mal ohne Aufstiegshilfe - von Litzirüti weiter auf den Spuren der legendären Grischa-Trails nach Davos. Diesmal hatte ich die Route über Langwies (1373m) rauf zum Durannapass ausgesucht. Die Strecke über den Tritt und die Latschüellfurga hatte ich ja 2008 schon gemacht.
Am Durannapass (2121m) überlegten wir noch kurz, ob wir über die Parsennfurgga (2443m) rüber nach Davos sollten ... aber angesicht des unsicheren Wetters zogen wir es vor, direkt runter nach Klosters zu fahren - eine gute Entscheidung! Von dem vor uns liegenden Stück runter in Richtung Klosters hatte ich nicht viel im Internet in Erfahrung gebracht und deshalb erwarteten wir nicht viel. Aber der trail bis runter nach Schifer (1578m) war - wenn auch ein bisschen schlammig - ein durchgehend wilder single-trail, der in krassem Gegensatz zu den angelegten bikeparks des Vortags stand. Volle Punktzahl für das Stück
In Klosters wollten wir mit der Gondel wieder rauf zum Gotschnagrat. Aber letztes Jahr haben die dort zwischen Gotschnaboden und Klosters einen neuen bikepark eröffnet: eine Sahnestückchen, das wir uns natülich nicht entgehen lassen konnten! Die northshore-roller-coaster dort sind einfach der Hammer und Thomas und ich versprachen uns sofort in die Hand, dieses Jahr da nochmal ein Wochenende zu machen nachdem wir den unteren Teil des bikeparks auf dem Weg von Schifer nach Klosters (1180m) schon mal ausprobiert hatten, nahmen wir die Gondel bis ganz rauf zum Gotschnagrat (2285m). Von dort oben führt ein recht ausgesetzter aber toller trail bis runter zum Gotschnaboden (1400m). An der Stelle muss man mal die Politik der graubündner Fremdenverkehrsverbände und des SAC loben: in Graubünden sind alle Wanderwege - ausser sie sind explizit anders markiert - für Wandererundbikergemeinsam konzipiert! Am Weganfang stehen entsprechende Schilder, die an gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme appelieren und klarmachen, dass hier keiner das alleinige Wegerecht hat ... was für ein Modell für die gesamten Alpen! Am Gotschnaboden fängt dann die 5,8km lange Strecke des bikeparks Bündner A-line an und führt einen mit wilden Anliegern, Kamelbuckeln und tollen roller coastern wieder runter bis nach Klosters.
Während wir in Klosters (1180m) eine späte Mittagspause machten, fing es ordentlich an zu regnen. Thomas entschied sich an der Stelle schweren Herzens, einen Schlusspunkt zu machen und mit der RBB wieder zurück nach Chur zu schippern. Bei mir gings noch ein Stückchen weiter ... also wieder rauf mit der Gondel zum Gotschnaboden (1800m) und dann auf einem weiteren schönen singletrail am Hang entlang in Richtung Wolfgangpass und anschliessend auf dem Radweg zurück nach Davos (1575m). Eigentlich hatte ich geplant, in einem kleinen Hotel in Clavadel am Anfang des Sertigtals zu übernachten. Da aber das Wetter für den nächsten Tag mehr als zweifelhaft war und ich noch nicht wusste, ob sich die Schleife über das Rinerhorn wirklich lohnen würde, zog ich es vor im Tal zu bleiben und fuhr auf der Strasse weiter bis Glaris (1430m) zur Rinerhorn-Gondelstation, um mir dort eine Bleibe zu suchen ... Pustekuchen! Glaris ist so was tot, da ist der Ostfriedhof eine Partymeile dagegen! Zum Schluss hab ich noch ein Bettchen im trockenen auf dem örtlichen Campingplatz ergattert .. mir tat es leid, um die verpasste Sauna in Clavadel, aber egal - besser als nix
Ins Engadin (2480Hm/1400Hm Gondel): Bis hierher war ja alles noch so einigermaßen nach Plan gelaufen - doch heute zog mir das Wetter einen kleinen weissen Strich durch die Rechnung. Als ich morgens aufstand waren die Berge ringsrum bis auf einer Höhe von knapp unter 2000m eingezuckert ... es hatte geschneit! Jetzt hiess es die geplante Route ein bisschen umzumodeln, denn ich hatte keine Lust den geplanten Hauderalp Höhenweg bis Monstein bei diesen Bedingungen zu fahren.
Von Glaris (1430m) nahm ich also erstmal die RBB in Richtung Filisur, denn ich wollte möglichst weit in Richtung Süden/Bernina weiterkommen. In Wiesen kam mir der Gedanke, doch wieder auf die geplante Strecke einzusteigen und ich bin spontan aus dem Zug gehüpft. ich wollte wenigstens hier unten im Tal das Stück durch die Zügenschlucht vorbei am Landwasserviadukt machen. Also raus aus dem Zug und den Schildern nach ... der trail ist ein schmaler Wanderweg mit tollen Ausblicken, der einen runter auf den Talboden führt. Ein paar mal muss man das Radl auf wieder den Hang rauf wuchten, aber insgesamt ein nettes Stück. Hinter dem Landwasser-Viadukt geht es dann auf einem Wanderweg steil bergauf bis Filisur (1050m). Von Filisur bis Preda ging es - ganz planmässig - weiter mit der RBB. In Preda (1780m) also wieder den Rucksack geschultert und rauf auf die Albulapass-Strasse in Richtung Pass. So ein bisschen hatte ich ja noch die Hoffnung, dass gegen Mittag es wärmer und heller werden würde und ich evtl doch noch den geplanten Abstecher rüber zur Chamanna Es-Cha (2594m) machen könnte. Oben am Albula-Pass (2312m) war es aber immer noch saukalt und es wechselte zwischen Niesel und Graupel. Als ich am Abzweig zur die Fuorcla Gualdauna (2491m) vorbeikam, war klar, dass ich das Risiko da oben im Schnee zu versacken, nicht in Kauf nehmen wollte. Also runter von der Strasse und irgendwo in der Wiese eine Asphalt-Alternative suchen, die mich runter nach La Punt ins hoffentlich wärmere Engadin bringen sollte. Ein Stück fuhr ich also auf einem kleinen Wanderweg bevor ich dann doch wieder auf die Strasse umstieg ... lohnte sich nicht gross der Aufwand.
Von La-Punt (1691m) ging es dann mal wieder mühelos mit der RBB über St.Moritz und Pontresina bis rauf in Richtung Bernina-Pass. das Stück bin ich auch schon 2mal selber geradelt und es machte mich nicht besonders an, da noch einen dritten Haken zu setzen. Als letzte Möglichkeit, noch an der geplanten Route zu bleiben, hatte ich noch gehofft das Stück von der Diavolezza-Talstation (2093m) durchs Val Fain rauf zum Pass La Stretta (2475m) zu machen. Als der Zug aber durch den kleinen Bahnhof an der Diavolezza tuckelte, schüttete es mal wieder aus Kübeln .. ein Zeichen!?
Also blieb ich noch 5min sitzen und fuhr weiter bis rauf zur Station unterhalb des Bernina-Hospiz (2250m). Ich dachte das Stück über die Forcola Livigno wäre sicher schmerzloser im Regen zu absolvieren, als der etwas haarige Abstieg vom Stretta-Pass. Vom Bernina-Pass (2330m) geht es zuerst auf der Strasse runter in Richtung Poschiavo. Irgendwo vor einer Linkskehre zweigt links ein kleiner Wanderweg ab. Von der Karte her wusste ich, dass das die Abkürzung rüber zur Strasse auf die Forcola Livigno sein musste ... als los. Ich hatte keine Karte der Gegend dabei und keinen gps-track .. aber ich dachte, für das kurze Stück müsste es schon passen. Man schiebt das rad zuerst ein Stück den Hang rauf und quert einen Bach bevor es mit ein paar steilen Spitzkehren wieder auf der anderen Seite runter geht und man dort wieder auf die Strasse trifft. Von da sind es dann noch ca. 250Hm bis zur Forcola Livigno (2315m).
Hier auf der italienischen Seite war das Wetter um Längen besser da ich nicht komplett auf der Strasse bis Livigno radln wollte stieg ich vor der ersten Galerie über die Begrenzungsmauer und fuhr den Karrenweg runter auf den Talboden. Unten wurde ich von einer Herde Kühe begrüßt, die den Weg für ausgedehnte Geschäft zu benutzen schienen .. es gab kein Durchkommen: weder bei den Kühen noch bei der Hinterlassenschaft der Wiederkäuer also mit Gebimmel, Gebuhe und sanften Klapser einen Weg gebahnt. Das half zwar bei den Produzenten der Flatulenzauswürfe aber nicht bei deren Produkten ... mein armes Radl und in Folge auch mein Rucksack und meine Jacke war übersäht mit den Spritzern glücklicher Kühe. Mein gutes Scotty war zum Glück bald wieder sauber, denn es ging noch durch einige recht tiefe Bäche. Irgendwann war ich dann wieder auf der Strasse in Richtung Livigno. Ich weiss nicht aus welchem Grund, aber irgendwie wollte ich nicht Strasse fahren. Also rechts ab auf einen kleinen extrem matschigen trail, der in der Folge sich rechts am Hang raufwurschtelt. das Ganze ist der untere Teil des Livigno flow country trails und hat sicher nochmal gute 150Hm bis runter nach Livigno in sich .. ein zweifelhaftes Vergnügen
Als ich dann endlich in Livigno (1850m) ankam, war ich recht froh erstmal dem schlechten Wetter entkommen zu sein. Ich war dem Zeitplan jetzt einen Tag voraus, aber das Problem würde sich schon beheben lassen da ich in meinem geplanten Hotel (Astoria) keinen Platz mehr bekommen hatte, spendierte ich mir als Ausgleich zum Campingplatz vom Vortag ein ordentliches ****-Hotel, man gönnt sich ja sonst nix
P.S.: wer seine Etappen anders schneidet kann hier evtl noch den trail über den Suvretta-Pass bzw den Alta-Rezia freeride mitnehmen
Freeride über Livigno (2850Hm Gondel): Da ich meine Route am Vortag geändert hatte, blieb mir nun ein Extratag ein Livigno zum cruisen in frisch gewaschenen Klamotten und mit massierten Wadeln ging es zuerst mal rauf zum Carossello (2750m) ... natürlich mit der Gondel. Von hier oben fährt man auf einem sehr flowigen schönen trail hinten runter ins Valle di Federia. Es war noch sehr frisch um die Uhrzeit, aber das Wetter war ansonsten perfekt und der trail da hinten runter ist wirklich schön flowig (S1). Zurück nach Livigno fährt man ab der Malga Federia auf der Versorgungsstrasse.
Als zweiten trail hatte ich mir den Livigno flow country trail promoted von Hans Rey ausgesucht. Bei so viel klangvollen Namen muss doch was tolles drin sein, oder? Der Trail startet ein Stück seitwärts von der Motolino Bergstation (2315m) als mini-bikepark. Es sind hier ein paar Anlieger und kleine Wellen geshaped worden, die nicht besonders dolle sind, aber Lust auf mehr machen. Der Rest des tracks ist aber eigentlich nur enttäuschend. Das, was als "flow country" angepriesen ist, war für mich maximal ein"Radweg", der vom Bagger in den Hang gegraben wurde. Von flow keine Spur! Technisch ist der trail einfach völlig uninteressant! Der track ist ca. 1.5m breit und plan - absolut keine Herausforderung, nicht mal für meine Tante. Lediglich die unzähligen steilen Gegenanstiege bieten etwas Abwechslung, wenn sie auch dem annoncierten flow nicht unbedingt förderlich sind. Der trail endet hinten im Val della Mine mit einem ca. 200m-langen etwas anspruchsvolleren - weil relativ steilen - Stück runter bevor er wieder in einen Forstweg übergeht. Meine Wertung: Totalausfall! Zurück geht es dann über den unteren Teil, der mir gestern schon nicht besonders gefallen hat.
Der dritte Teil des Tages bestand in mehreren Runden im Motoline-bikepark. Auch hier wieder ziemlich viel Spass mit Hochgeschwindigkeits-Anliegern und kniffligen trail-Stücken. Die Sprünge sind mir meistens immer noch zu wild, aber mit dem Rest werd ich langsam warm.
Irgendwann musste ich feststellen, dass die Avid Elixir Bremsen an meinem Scotty deutlich unter dem Tiefenmeter-Programm der letzten Tage gelitten hatten also schnell die Beläge gewechselt ... doch Pech gehabt! Das letzte Entlüften muss wohl passiert sein, als die Beläge nicht neu waren. Es war deutlich zu viel Öl im System und die neuen Beläge waren nicht mal mit Gewalt dazu zu bewegen, sich von der Scheibe zu trennen. Mit dem setup würde das geplante Stück morgen rauf zum Stilfser Joch kein Spass werden aber was macht der geübte freerider mit einem Tagesticket in der Tasche? Klar! Nioch mal rauf zum Motolino und noch eine Runde über den bikepark bzw die Strasse runter um die die Beläge so richtig einzufahren die Aktion war zwar lustig aber hat nicht viel gebracht - die Bremsen schleiften noch immer wie Hulle. Also in den lokalen bike-laden zum Onkel Doktor und die Bremse entlüften lassen. Der gute Mann tauschte gleich noch eine gebrochene Speiche aus und ich war für den nächsten Tag gerüstet.
Abkürzung ins Vinschgau: Am Vortag hatte ich mir im bike-laden noch eine Mütze für unter den Helm gekauft, denn alle Vorzeichen standen mal wieder auf "kalt"! An dem Tag wollte ich, um wieder auf den Original-Plan zu kommen, über die Bocchetta di Forcola rauf zum Stilfser Joch fahren. Erste Zweifel an dem Plan kamen mir, als am Morgen da wo gestern noch bikepark und flow-trails waren wieder mal so eine komische weisse Masse rumlag ... Schnee! Schon wieder
Die alternative Planung war, vom Lago Fraele übers Val Mora ins Vinschgau zu fahren. Das sollte sicher klappen auch bei dem Wetter. Von Livigno ging es also erstmal wieder mit der Gondel rauf zum Motolino. Von dort über ein Stück des bikeparks von gestern zum Pso del'Erbe und ein kleines Stück Strasse runter bis zum Abzweig des trails an der Tankstelle. Hier ging es durch ziemlichen Schmodder mit etwas schieben bergauf in Richtung Nationalpark Stilfser Joch. Vom Pso Trela (2295m) führt dann ein kurzes Stück trail runter zur Malga Trela bevor man wieder auf einem ziemlich steilen Schotterweg landet, der durch eine enge Schlucht runter zum Lago Fraele (1960m) führt. Das ganze Stück über was es so zapfig kalt, dass ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, an dem Tag noch rauf zum Stilfser Joch zu fahren. Also zog ich mal wieder das chicken-ticket und entschloss mich, durch Val Mora zu fahren.
Dieses Stück durchs Val Mora bin ich in umgekehrter Richtung 2005 bei unserer Tour von Landeck an den Gardasee schon mal gefahren. Bis zum Anfang des Val Mora geht es ein bisschen ruppiger über den unscheinbaren Pso Fraele und dann am Steilufer des ??? entlang bis auf die Wiesen des Val Mora. Der Rest geht sehr unspektakulär aber schön auf dem Forstweg bis rauf zum Döss Radont. Ich war froh, diese Route gewählt zu haben, denn mittlerweile hatte ich so ziemlich alles angezogen was ich im Rucksack hatte - es war saukalt und es pfiff ein eisiger Wind! Auf dem Stück durch's Val Mora konnte ich mir ein lebendiges Stück Anschauungsunterricht zum Thema Alpencross zu Gemüte führen ... auf den knapp 20km durch's Val Mora begegneten mir sicher 80 Radler! Der Großteil davon war in 10-15 Mann starken, geführten AX-Gruppen unterwegs. Ansonsten viele Päarchen in der üblichen Formation: Männchen mit stetem Blick aufs GPS voraus und Weibchen leicht gestresst wirkend hinterher Sorry - ich wollte keine Macho-Punkte sammeln, aber wer den Umzug von leuten gesehen hat, der wird sicher einen ganz ähnlichen Eindruck gehabt haben wie ich ... Klar liegt das Val Mora auf der Hauptroute von Oberstdorf an den Gardasee, aber ich hätte nie gedacht, dass derart viele Leute mit dem Rad unterwegs sind, zumal dieser Haufen erst am Sonntag gestartet sein muss, wenn die noch an den Gardasee wollten.
Vom Döss Radont (2321m) geht es dann meist auf dem Forstweg runter ins Val Müstair. ich hab noch versucht, so viel trail mitzunehmen wie geht, aber es hielt sich in Grenzen. Von Sta.Maria (1396m) dann locker zuerst auf der Strasse und ab Taufers dann auf dem Vinschgau-Radweg noch die letzten 30km bis ins Vinschgau.
Im Vinschgau wollte ich mich eigentlich für Freitag mit Stephan treffen, der sich dort mit ein paar Freunden zum shutteln verabredet hatte da ich nicht aufs Stilfser Joch gefahren war, ich hatte nun wieder mal einen Extra-Tag, den ich mit einer shuttle Tour im Vinschgau füllen wollte. Also buchte ich mich in Goldrain (653m) in Stephan's Hotel ein und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Wieder mal ein abend mit Sauna und leckerem Essen - so konnte es weiter gehen.
Im Programm von Matze's vinschgaubike.com stand die Freiberger Mahd für den Tag. Sagte mir nix, aber warum nicht?! Mit dem shuttle ging es lustige 1000Hm die Nordseite rauf bis Freiberg. Nach einer etwas unterhaltsamen Anhänger-Wende-Aktion von unserem guide Chris durften wir dann noch die letzten 600Hm selber den Forstweg raufkurbeln.
Nach der Mittagspause an der urigen Freiberger Alm (1696m)ging es über einen zuerst schönen trail in Richtung Marzoner Alm. Dort dann weiter auf dem sogenannten Tannenzapfen-trail bis oberhalb von Castelbello. Der Tannenzapfen-Trail ist eigentlich absolut unspannend! Es geht zapfengerade und sehr steil einen Karrenweg runter - eigentlich nur was, um bremsen zu üben
das letzte Stück dann nochmal ein bisschen bergauf und Hang queren bevor man über nette Wanderwege und Wiesen wieder unten im Vinschgau landet.
Zurück wieder auf dem Vinschgau-Radweg bis Latsch, wo ich mir im bikemaxx die nächste Speiche hab flicken lassen. Ziemlicher Verschleiss
Das Finale! Eigentlich hatte ich ja geplant übers Stilfser Joch rüber ins Vinschgau zu kommen und dabei den Goldsee-Weg mitzunehmen. da mir das Wetter da einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, war ich nun froh am Freitag mit Stephan und seinen Kollegen die Gelegenheit nutzen zu können, ein shuttle hoch zum Joch zu bekommen und das Versäumte nachzuholen Wir waren eine Gruppe von 7 Radlern, die sich von Matze mit dem shuttle hochschippern haben lassen. Eine lustige Truppe, mit denen ich gern mal wieder im Vinschgau touren würde ...
Es sei hier angemerkt, dass der Goldsee-Weg wieder freigegebenist (Stand Juli 2011)! Die offizielle Regelung besagt, dass der Weg zwischen Stilfser Joch und Furkelhütte zwischen 10:00 und 16:00 gesperrt ist! In der übrigen Zeit darf man fahren, sollte aber tunlichst Rücksicht auf die anderen Wegbenutzer nehmen!! Weg-Sperrungen bitte beachten!
Vom Pass am Stilfser Joch (2757m) schiebt man zuerst das Rad bis rauf vor die Garibaldi-Hütte an der Dreisprachenspitze (2810m). Dort startet der Goldsee-Weg, der sich zuerst einfach zum Aufwämen am Hang entlang zieht. Es gibt zwar auch das ein oder andere kurze Schiebestück aber insgesamt gesehen ist der trail zuerst technisch nicht besonders schwierig - wir hatten aber auch mit der dünnen Luft und den irren Ausblicken auf den Ortler mit seinen Hupen (Zitat Kathrin) erstmal genug zu tun Dann gibt es immer wieder Stufen und Absätze, die zunehmend schwieriger werden. Vor der Furkelhütte gibt es noch ein kurzes Stück im steilen Gelände mit ein paar Spitzkehren drin. Wenn jemand dort meine Oakley Halfjacket XLJ gefunden hat, dann möge er sich doch bittte bei mir melden ...
Hinter der Furkelhütte (2155m) sind wir links ab in Richtung Stilfser Alm. Dabei macht man nochmal sicher 150Hm bevor es wieder flowig bergab geht. Vor der Alm sind wir dann über die Wiese den trail runter in Richtung Prad, der bald zum Karrenweg wird. Nach ca. 2000Hm trail spuckt einen dann der Berg wieder in Prad aus. Dickstes Grinsen!
Der perfekte Abschluss meiner shuttle-tour! Die anderen wollten am nächsten tag dann noch den Tibet2Ice machen .. .Neid! Aber für mich ging es am nächsten Morgen mit der Bahn in Richtung Brixen, wo die nächsten 7 Tagen mit dem Dolomitencross 2007 geplant waren
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